Gartzenweg soll Fahrradstraße werden

Monheims Stadtverwaltung folgt den Vorschlägen des ADFC

Gartzenweg

In der Monheimer City müssen in vielen Straßen die Abwasserkanäle erneuert werden. Eine gute Gelegenheit, die Fahrbahndecken dem neuen Stadtbild anzupassen und die Verkehrsführung zu optimieren. Bürgermeister Zimmermann lud deswegen am Dienstag Abend die Monheimer Bürger ein, um seine Pläne für die Neugestaltung des Gartzenwegs und der Vereinsstraße vorzustellen.

Der Gartzenweg, eigentlich eine Wohnstraße, verbindet aktuell die Krischer- mit der Schwalbenstraße und wird deshalb oft als Durchgangsstraße benutzt. Der Umweg über die viel befahrene Opladener Straße wird so vermieden. Das aber soll, wenn das neue Vorhaben Realität wird, künftig nicht mehr möglich sein. Von der Stadtmitte wird der Gartzenweg dann nur bis zur Einmündung Vereinsstraße befahrbar sein - und aus der Gegenrichtung, der Schwalbenstraße kommend, soll ebenfalls an der Kreuzung Vereinsstraße Schluss sein.

Doch damit noch längst nicht genug: auf dem Gartzenweg und der Vereinsstraße sollen 23 Bäume gepflanzt werden. Ferner die Bürgersteige abgesenkt, Fahrbahn und Fußgängerwege farblich getrennt und die Parktaschen größer bemessen werden. Der Preis dafür: ungefähr 40 Parkplätze fallen weg. Nicht zuletzt, ganz im Sinne der dringend nötigen Verkehrswende, folgt das Konzept den Vorschlägen des ADFC, den Gartzenweg zur Fahrradstraße umzuwidmen.

Damit es nicht falsch verstanden wird: auf einer Fahrradstraße ist der Autoverkehr keineswegs ausgesperrt. Die Radler genießen lediglich Priorität, indem sie die Straße in beiden Richtungen und auch nebeneinander befahren dürfen. Die Ziele, den Verkehr hier zu beruhigen und gleichzeitig den Radlern einen sichereren Weg als zur Zeit noch über die Opladener Straße anzubieten, werden damit erreicht.

Die Kritik, sowohl die Krischer- als auch die Schwalbenstraße, die von den Radlern dann auch passiert werden müssen, seien zu gefährlich für Zweiräder, kontert der Monheimer Bürgermeister souverän: „Dann ist es umso wichtiger, hier endlich mal einen Anfang zu machen.“

Großen Unmut, das soll nicht verschwiegen werden, rief in der Bürgerschar der Wegfall der vielen Parkplätze hervor. Aber auch hier erweist sich das neue Konzept als weitsichtig. Denn durch die neue Verkehrsführung werden viele Angestellte, die in der City beschäftigt sind, hier nicht mehr parken wollen und diese Plätze dann den Anwohnern überlassen. Außerdem wird der Bau einer neuen Tiefgarage auf der Krischerstraße die Lage ebenfalls entspannen.

Die Kosten für die ab Ende 2023 geplanten Baumaßnahmen belaufen sich auf ungefähr 6,3 Millionen Euro. Davon entfallen gut die Hälfte auf die Kanalerneuerung, der Rest auf die neue Fahrbahndecke inklusive der Begrünung. Die Anwohner werden von der Stadt Monheim an den Kosten beteiligt, sollen sich aber gleichzeitig durch fest zugesagte Zuschüsse der Landesregierung schadlos halten.

Für den ADFC geht die Maßnahme in die richtige Richtung. Indem in den Innenstädten der Verkehr beruhigt und gleichzeitig der Fahrradverkehr gefördert wird, profitieren am Ende alle Verkehrsteilnehmer. Und die Anwohner des Gartzenwegs und der Vereinsstraße im Besonderen.


https://neanderland.adfc.de/neuigkeit/gartzenweg-soll-fahrradstrasse-werden

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