Gemeinsame Radtour mit den Grünen: Radinfrastruktur in Langenfeld im Fokus
Die gemeinsame Tour bot reichlich Gelegenheit zum verkehrspolitischen Austausch – sowohl an den einzelnen Stationen als auch während der Fahrt. Die Einladung war zuvor über einen Aufruf in der lokalen Zeitung an die Bürger:innen Langenfelds ergangen.

Langenfeld, 06. Juni 2026 – Auf Einladung der Grünen haben am heutigen Samstag etwa 20 Bürger:innen aus Langenfeld an einer 20 Kilometer langen Radtour durch unsere Stadt teilgenommen. Mit dabei waren Vertreter des ADFC Langenfeld/Monheim, Ratsfrauen und Ratsherren sowie weitere engagierte Bürger:innen. Ein TourGuide des ADFC hatte die Route vorbereitet und führte die Gruppe sicher durch Felder, Wälder und Nebenstraßen Langenfelds.
Am Rathaus begann die gemeinsame Fahrt. Der Startpunkt im politischen Zentrum der Stadt bot den idealen Rahmen, um die Ziele der Tour zu skizzieren und abzustimmen.
Eine der ersten Stationen war der Zehntenweg, wo der Umbau zur Fahrradstraße ansteht. Dieses Projekt zeigt, wie Radverkehr Vorrang erhalten kann. Eine Fahrradstraße signalisiert klar: Hier haben Radfahrende Vorfahrt. Solche Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt hin zu einer fahrradfreundlicheren Stadt. Die Umsetzung zeigt beispielhaft, was möglich ist, wenn der politische Wille vorhanden ist.
Am Schwarzen Weiher konnte die Gruppe den neu asphaltierten Radweg begutachten. Die Umsetzung wurde von allen Teilnehmer:innen gelobt. Solche gut ausgebauten Radwege sind nicht nur komfortabel, sondern erhöhen auch die Sicherheit enorm.
Ein ganz anderes Bild bot sich an der Hildener Straße. Hier ist der Radweg seit Jahrzehnten in einem schlechten Zustand. Trotz hoher Nutzung, insbesondere durch Schüler:innen, die täglich diese Strecke zurücklegen, gab es hier keine Fortschritte. Die Situation ist ein klassisches Beispiel für verpasste Chancen und unterstreicht die Notwendigkeit, bei der Planung von Radinfrastruktur auch die Bedürfnisse des Alltagsradverkehrs stärker zu berücksichtigen.
An der Schule am Götscher Weg zeigte die Gruppe nicht nur Interesse an der Verkehrssituation, sondern auch an den dortigen Freiflächen. Ein neues Beach-Volleyball-Feld und ein komplett erneuerter, großer Spielplatz wurden begutachtet. Besonders erfreulich ist die Flächenentsiegelung, die hier zusätzlich stattgefunden hat. Solche Maßnahmen tragen dazu bei, Hitzeinseln zu reduzieren und Regenwasser versickern zu lassen – ein Gewinn für das gesamte Stadtviertel.
Ein Highlight der Tour war das Gebiet um den Burbach in Wiescheid, wo Maßnahmen zur Re-Naturierung präsentiert wurden. Hier soll Wasser bewusst im Boden gehalten werden, statt es schnell abfließen zu lassen. Ein Bach soll in Waldflächen geleitet werden, wo das Wasser natürlicherweise gespeichert wird. Der Boden wirkt dabei wie ein Schwamm. Diese Maßnahmen schützen nicht nur vor Starkregenereignissen, sondern stärken auch die ökologische Vielfalt und das lokale Klima.
Den Abschluss der Tour bildete das ehemalige ARA Gelände. Hier steht in Kürze der Abriss an, gefolgt vom Umbau zu einem Vorzeige-Wohngebiet. Besonders spannend: das Konzept des "Mobility-Hubs". Geplant ist ein Parkhaus am Rand des Geländes, während im Wohngebiet selbst kaum Autoverkehr stattfinden soll. Das Konzept gilt als modernes und zukunftsweisendes Vorbild. Hier wird Radverkehr von Anfang an mitgedacht – genau so sollte Stadtentwicklung aussehen.
Nach der informativen und erkenntnisreichen 20-Kilometer-Tour durch Felder, Wälder und Nebenstraßen gab es für alle Teilnehmer:innen gekühlte Getränke und kleine Snacks – eine willkommene Erfrischung nach dem intensiven Austausch.
Die Radtour hat gezeigt: In Langenfeld tut sich was, es gibt gute und große Pläne – jetzt muss aber auch die Umsetzung folgen. Positiv zu erwähnen sind bereits umgesetzte Projekte wie der Radweg am Schwarzen Weiher oder die geplante Fahrradstraße am Zehntenweg. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass an vielen Stellen dringender Handlungsbedarf besteht.
Der ADFC Langenfeld/Monheim wird sich weiter für eine bessere Radinfrastruktur einsetzen. Notwendig ist mehr Mut zur Veränderung. Radverkehr muss in allen Planungen von Anfang an mitgedacht werden – nur so kann Langenfeld wirklich fahrradfreundlich werden.














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