Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband im neanderland e. V.

ADFC begrüßt Ausweitung der Tempo-30-Bereiche in Hilden

Tempo 30 rettet Leben: Der ADFC Hilden unterstützt die neuen Tempo-30-Bereiche und fordert zugleich weitere Verbesserungen auf wichtigen Hauptverkehrsachsen der Stadt.

Ein Foto des Kreisverkehrs bei ALDI auf der Gerresheimer Straße. Ein Tempo 30-Zone Zeichen ist überlagert.
Tempo 30 in Hilden © ADFC Hilden, Jens Hohmann

Die ADFC-Ortsgruppe Hilden begrüßt die kürzlich von der Stadt angekündigte Ausweitung der Tempo-30-Bereiche im Stadtgebiet. Die Maßnahme ist ein wichtiger Schritt für mehr Verkehrssicherheit, weniger Lärmbelastung und eine höhere Lebensqualität in Hilden. Die Kommunikation der Stadt dazu finden Sie unter https://www.hilden.de/de/stadt-rathaus/aktuelles/2026/mai/stadt-erweitert-tempo-30-bereiche.

Besonders für Radfahrende, zu Fuß Gehende sowie Kinder und ältere Menschen bedeutet Tempo 30 ein deutlich höheres Sicherheitsniveau im Straßenverkehr. Niedrigere Geschwindigkeiten verkürzen Bremswege, verbessern die Reaktionsmöglichkeiten und reduzieren die Schwere von Unfällen erheblich.

„Tempo 30 schützt Menschenleben. Die physikalischen Zusammenhänge sind eindeutig: Die Aufprallenergie bei einem Unfall mit 50 km/h ist fast dreimal so hoch wie bei 30 km/h. Dadurch sinkt bei niedrigeren Geschwindigkeiten das Risiko schwerer oder sogar tödlicher Verletzungen deutlich“, erklärt Jens Hohmann, Vorstand des ADFC Hilden.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich in Tempo-30-Bereichen deutlich weniger Unfälle ereignen und die Zahl schwerverletzter und getöteter Menschen erheblich zurückgeht.

Aus Sicht des ADFC Hilden kommt hinzu, dass die Radverkehrsinfrastruktur in vielen Teilen der Stadt nicht mehr den heutigen Anforderungen an einen sicheren und komfortablen Radverkehr entspricht. Vielfach fehlen baulich getrennte Radwege. Stattdessen müssen sich Radfahrende häufig auf schmalen Radfahr- oder Schutzstreifen im Fahrbahnbereich bewegen oder auf für den Radverkehr freigegebenen Gehwegen fahren. Unter diesen Rahmenbedingungen gewinnt die Reduzierung der Kfz-Geschwindigkeit eine besondere Bedeutung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden.

„Wo sichere, baulich getrennte Radverkehrsanlagen fehlen, ist eine niedrigere Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Tempo 30 kann die bestehenden Defizite der Infrastruktur zwar nicht ersetzen, aber die Risiken für Radfahrende spürbar verringern“, so Hohmann.

Neben der Verkehrssicherheit bringt Tempo 30 auch Vorteile beim Lärmschutz und für die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Die Stadt Hilden verweist in ihrer Begründung zu Recht auf den Lärmaktionsplan sowie das Mobilitätskonzept der Stadt.

Gleichzeitig sieht der ADFC Hilden weiteren Handlungsbedarf. Insbesondere die wichtige Ost-West-Verbindung entlang der Benrather Straße und der Berliner Straße bleibt vorerst weiterhin mit Tempo 50 ausgewiesen. Dort fehlen auf längeren Abschnitten sichere, baulich getrennte Radverkehrsanlagen. Aus Sicht des ADFC stellt dieser Straßenzug nach wie vor eine der größten Sicherheitslücken im Hildener Radverkehrsnetz dar.

„Die Benrather Straße und die Berliner Straße sind für viele Menschen die wichtigste Verbindung durch die Stadt. Solange dort Tempo 50 gilt und keine sichere Radverkehrsinfrastruktur vorhanden ist, werden sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht trauen, das Fahrrad für Alltagswege zu nutzen. Hier besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf“, betont Hohmann.

Der ADFC Hilden sieht die angekündigten Maßnahmen als wichtigen Beitrag zu einer modernen, sicheren und menschenfreundlichen Mobilität in Hilden an. Gleichzeitig sollten sie als weiterer Schritt auf dem Weg zu einem durchgängig sicheren Radverkehrsnetz verstanden werden.


https://neanderland.adfc.de/neuigkeit/adfc-begruesst-ausweitung-der-tempo-30-bereiche-in-hilden

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